
Die erste Hälfte des Jahres 2026 war für unser Projekt Café Ukraїna geprägt von kulturellem Austausch, politischen Diskussionen und neuen Einblicken in die Ukraine, ihre Geschichte, Kultur und Gegenwart.
In den ersten sechs Monaten haben wir 5 Veranstaltungen – 5 verschiedene Themen, viele interessante Gäste und 5 Möglichkeiten, die Ukraine besser kennenzulernen und unterschiedliche ukrainische Stimmen zu hören.
Wie bereits in den vergangenen Jahren setzen wir uns weiterhin für die Vermittlung und Sichtbarmachung der ukrainischen Kultur, die Auseinandersetzung mit der ukrainischen Geschichte und ein besseres Verständnis für die Rolle der Ukraine als untrennbarer Teil der europäischen Zivilisation ein. Für uns ist es wichtig, die Ukraine als selbstständigen und gleichberechtigten europäischen Staat mit ihrer eigenen Geschichte, Kultur und Identität sichtbar zu machen.
Unser herzlicher Dank gilt dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig für die kontinuierliche Unterstützung und die Möglichkeit!
Februar: Krym – Geschichten von Menschen
Unser erstes Meet-up im Jahr 2026 widmeten wir der Krym. Wir sprachen über die Erfahrungen gesellschaftlich engagierter Frauen, die von der besetzten Halbinsel geflohen sind.
Ihre persönlichen Geschichten teilten die Schriftstellerin Olena Bogatyrenko, die krymtatarische Autorin, Publizistin und Mitbegründerin des Krym-Medienprojekts CEMAAT Elnara Nuriieva-Letova sowie unsere Aktivistin und Kuratorin des Projekts Café Ukraїna Sonja Kalmykova mit uns. Sie erzählten von ihren Lebenswegen, ihren Erfahrungen mit der Besatzung und dem Verlust ihrer Heimat Krym.
Eine besondere Atmosphäre schufen die Kunstwerke des talentierten krymtatarischen Künstlers Aider Khatipov, die die Gäste während der Veranstaltung sehen konnten.





März: „Der lange Februar“
Am 30. März, zum Jahrestag der Befreiung von Butscha, sahen wir den Dokumentarfilm „Der lange Februar“ des deutschen Regisseurs Michael Stadnik – ein Film über die Ereignisse während der russischen Besatzung von Butscha und Irpin.
Über mehrere Jahre hinweg sammelte Michael Videomaterial und führte Interviews mit Zivilistinnen und Zivilisten, deren Stimmen in den westlichen Medien zuvor kaum gehört worden waren. Der Film gab uns die Möglichkeit, diese Geschichten zu hören und die Ereignisse der russischen Besatzung aus der Perspektive derjenigen zu betrachten, die sie selbst erlebt haben.
April: Ehrenamtliches Engagement und die ukrainische Gemeinschaft in Leipzig
Im April hatten wir die Ehre, Dr. Oksana Makohon bei uns begrüßen zu dürfen – eine engagierte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Mitbegründerin der ukrainischen Samstagsschule „Namysto“ und des ehrenamtlichen Gemeindezentrums der UGKK in Leipzig sowie Vorstandsmitglied der ukrainischen Gemeinschaft „Oberih“ e.V.
Frau Makohon teilte ihre langjährige Erfahrung im ehrenamtlichen Engagement mit uns und gab Einblicke in die Arbeit der ukrainischen Samstagsschule „Namysto“, die seit über 11 Jahren in Leipzig aktiv ist und dazu beiträgt, die ukrainische Sprache und Kultur sowie die Verbindung von Kindern und Familien zur Ukraine zu bewahren.







Mai: Frauenstimmen aus der Krym
Auch unser Treffen im Mai war wieder der Krym gewidmet.
Die Schriftstellerin Olena Bogatyrenko stellte ihr kürzlich auf Deutsch erschienenes Buch „Was bedeutete Russlands Besetzung der Krim?“ vor, das die Stimmen von 12 Frauen aus der Krym vereint.
Es sind persönliche Geschichten über den Beginn der russischen Aggression, Verlust, Widerstand und die Bewahrung der Menschenwürde. Durch diese persönlichen Zeugnisse trägt das Buch dazu bei, besser zu verstehen, was die Besatzung der Krym für diejenigen bedeutet, die sie unmittelbar erlebt haben.
Juni: Ein literarischer Abend
Im Juni wurde Café Ukraїna zu einem literarischen Abend, den wir gemeinsam mit dem ukrainischen Dichter und Soldaten Sashko Obrij veranstalteten – Preisträger des ukrainischen Literaturpreises „Wassyl Symonenko“ (2015), seit 2015 Mitglied des Nationalen Schriftstellerverbands der Ukraine (NSPU) und Autor von fünf Gedichtbänden.
Sashko erzählte aus seinem Leben und von seinen persönlichen Erfahrungen und teilte seine Gedichte und Lieder mit uns. Es war ein besonderer Abend – über Literatur, historisches Erbe und die Kraft des Wortes, selbst in den schwierigsten Zeiten.





Wir danken herzlich allen, die diese erste Hälfte des Jahres mit uns verbracht, unsere Veranstaltungen besucht, zugehört, gefragt, diskutiert und ihre Gedanken mit uns geteilt haben.
Bis bald! 💛💙